Bei schweren Verkehrsunfällen werden oftmals Personen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Dies geschieht durch die Verformung des Fahrzeuges beim Aufprall auf ein Hindernis wie einen Baum oder ein anderes Fahrzeug.
Die Zahl der früher sehr häufigen Einsätze mit eingeklemmten Personen ist glücklicherweise durch die moderne Fahrzeugtechnik zurückgegangen, dennoch kommt es zu diesen Lagen, die auch die Feuerwehr Dietersheim gelegentlich bewältigen muss. Vorallem durch die Autobahnen A9 und A92 aber auch die Bundes- und Kreisstraßen im Ausrückebereich, ist "Verkehrsunfall" ein häufiges Meldebild für unsere Feuerwehrkräfte.
Falls bei einem Verkehrsunfall eine Person eingeklemmt ist, muss eine technische Rettung mit einem hydraulischen Rettungssatz durchgeführt werden, sofern einfache Methoden, wie beispielsweise das Ausnützen der Sitzverstellung, keinen Erfolg haben.
Die Feuerwehr Dietersheim ist hierzu mit einem hydraulischen Rettungssatz der Firma Lukas ausgestattet.
Dieser besteht aus einer hydraulischen Rettungsschere vom Typ Lukas S700, einem hydraulischen Rettungsspreizer vom Typ Lukas SP310 und einer elektrischen Hydraulikpumpe der Firma Lukas. Ergänzt wird der Rettungssatz um zwei hydraulische Rettungszylinder vom Typ Lukas R420 und R424. Den benötigten Strom für die Hydraulikpumpe produzieren wir einem Stromerzeuger der in unserem Löschfahrzeug verlastet ist.
Das Bedienen der hydraulischen Rettungsgeräte, von denen jedes jeweils ca. 20kg Eigenengewicht mit sich bringt, bedarf umfangreicher theoretischer sowie praktischer Ausbildung und Ausdauer. Um dies zu trainieren werden bei Übungen zum Thema technische Hilfeleistung gelegentlich solche Verkehrsunfälle simuliert und Schrottfahrzeuge, die durch die Gemeinde oder Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden, "auseinandergeschnitten". An diesen Fahrzeugen werden in der Übung die Fertigkeiten der Feuerwehrkräfte im Umgang mit Schere, Spreizer und Zylindern aufgefrischt oder neue Rettungstechniken ausprobiert. Dieser Umgang mit dem Rettungssatz macht es unseren Kräften möglich, für den Einsatz vorbereitet zu sein, um schnell und schonend die Unfallopfer zu befreien.
Der hydraulische Rettungssatz wurde 2014 beschafft und löste ein Exemplar aus den 90ger Jahren ab. In den letzten 20 Jahren entwickelten sich die Fahrzeugkarosserien enorm weiter. Diese wurden stärker und stabiler. Damit sind natürlich eingeklemmte Personen schwerer zu befreien, was die Beschaffung eines stärkeren sowie technisch fortschrittlicheren Rettungssatzes nötig machte. Der Rettungssatz ist auf dem LF20 verlastet

Rettungsspreizer SP310, Rettungsschere S700, elektisches Hydraulikaggregat, Rettungszylinder R420, Rettungszylinder R424

 

Rettungsspreizer SP310, Rettungsschere S700, elektisches Hydraulikaggregat, Rettungszylinder R420, Rettungszylinder R424

 

Rettungsspreizer (unten) und Rettungsschere (oben)

 

Rettungszylinder R420 (oben) und R424 (unten)

 

elektisches Hydraulikaggregat